Anlässlich des Europatags (09. Mai) organisierten die Jungen Europäer e.V. mit Unterstützung der Europa Union Ludwigsburg und der Stadt Ludwigsburg vergangenen Freitag den Workshop „Demokratie verorten – europäischer Geschichte lokal begegnen“.
Der Europamonat Mai gilt mit den beiden bedeutenden Jahreszahlen – 08. Mai (Ende des zweiten Weltkriegs) und 09. Mai (Veröffentlichung der Schuman-Erklärung) – als Ausgangspunkt der europäischen Einigung. Er steht für Frieden, Zusammenarbeit und die gemeinsame Verantwortung der europäischen Staaten nach den Erfahrungen von Krieg, Gewalt und Vertreibung. Gemeinsam mit 40 Schülerinnen und Schülern des Friedrich-Schiller-Gymnasiums, sowie zwei Zeitzeugen wurde dabei der Frage nachgegangen, wie Demokratie im Alltag erfahrbar wird und welche Bedeutung europäische Geschichte bis heute für das gesellschaftliche Zusammenleben hat.
Wie eng diese historischen Ereignisse mit persönlichen Lebensgeschichten verbunden sind, wurde im Austausch mit zwei Zeitzeugen deutlich, die als Heimatvertriebene aus dem ehemaligen Tschechien nach Ludwigsburg kamen. Die persönlichen Berichte machten für die Schülerinnen und Schüler greifbar, welche Folgen Krieg, Flucht und Vertreibung für Menschen und Familien hatten – und warum Demokratie, Frieden und europäische Verständigung keine Selbstverständlichkeit sind.
Im Rahmen des Workshops setzten sich die Jugendlichen kreativ und interaktiv mit demokratischen Orten, Erfahrungen und Werten auseinander. Die Ergebnisse werden in einer digitalen Karte der Demokratieorte festgehalten, die zunächst dem Friedrich-Schiller-Gymnasium zur Verfügung gestellt wird.
Langfristig soll daraus eine wachsende „Karte der lebendigen Demokratie in Ludwigsburg“ entstehen. Ziel ist es, Erinnerungen, persönliche Erlebnisse, historische Ereignisse und demokratische Erfahrungen generationenübergreifend sichtbar zu machen und kontinuierlich mit neuen Inhalten zu ergänzen. Die Karte soll so einen digitalen Erinnerungs- und Begegnungsraum schaffen, der zeigt, wie Demokratie vor Ort gelebt und erlebt wird.
Durchgeführt wurde das Projekt von der Organisation Enkel Europas in Kooperation mit der Europa-Union Ludwigsburg, der Stadt Ludwigsburg sowie dem Friedrich-Schiller-Gymnasium. Weitere Unterstützung kam von der Sparkasse Ludwigsburg.