Auf europäischer Spurensuche in der Lombardei - Vier Motoren Fahrt nach Mailand
Im Rahmen der Zusammenarbeit der „Vier Motoren für Europa“ – Baden-Württemberg, Katalonien, Auvergne-Rhône-Alpes und Lombardei – organisierte die JEF Baden-Württemberg vom 19. bis 23. Mai 2026 eine Bildungsreise nach Mailand. Ziel war es, jungen Erwachsenen einen fundierten Einblick in die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Strukturen der Lombardei als einer der wirtschaftsstärksten Regionen Europas zu ermöglichen sowie europäisches Bewusstsein und interregionale Vernetzung zu fördern.
An der Reise nahmen insgesamt 19 Personen im Alter zwischen 19 und 31 Jahren teil, überwiegend Studierende und junge Berufstätige aus verschiedenen Kreisverbänden der JEF Baden-Württemberg. Das Programm wurde bewusst über einen klassischen Städtetrip hinaus konzipiert und verband politische Bildung, europäische Zusammenarbeit sowie wirtschafts- und kulturpolitische Themen. Besonderer Wert wurde auf den Austausch mit Institutionen der Region Lombardei sowie mit europäischen und deutschen Akteur:innen vor Ort gelegt.
Direkt nach der Ankunft fand ein Gespräch mit Secretary Councilor Jacopo Scandella statt, bei dem die politischen und wirtschaftlichen Besonderheiten der Region Lombardei sowie ihre Rolle innerhalb Europas thematisiert wurden. Anschließend traf die Gruppe Sprachbotschafter:innen des Goethe-Instituts. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Chancen und Herausforderungen ehrenamtlicher Jugendarbeit sowie internationale Zusammenarbeit im Bildungsbereich. Ein gemeinsames Willkommensdinner bot den Teilnehmenden Gelegenheit, sich kennenzulernen und das Programm der kommenden Tage gemeinsam vorzubereiten.
Am zweiten Tag besuchten die Teilnehmenden die Außenhandelskammer in Mailand und erhielten Einblicke in die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien sowie in die Bedeutung Mailands als internationaler Wirtschaftsstandort. Im Anschluss stand ein Besuch der European Training Foundation in Turin auf dem Programm. Dort informierte sich die Gruppe über die europäische Zusammenarbeit im Bereich beruflicher Bildung und Qualifizierung mit Nicht-EU-Staaten. Im Mittelpunkt standen insbesondere Projekte in Osteuropa und im Mittelmeerraum sowie Fragen der Arbeitsmigration und Demokratieförderung. Aufgrund erschwerter Anreisebedingungen konnten weitere Programmpunkte in Turin nicht durchgeführt werden; stattdessen wurde die Innenstadt gemeinsam erkundet.
Am dritten Tag trafen die Teilnehmenden Vertreter:innen der Region Lombardei, die für die Umsetzung und Koordinierung der Zusammenarbeit im Rahmen der „Vier Motoren für Europa“ verantwortlich sind, darunter Cristina Pellegrino. Thematisiert wurden die Schwerpunkte der interregionalen Kooperation sowie die Bedeutung regionaler Partnerschaften innerhalb der Europäischen Union. Anschließend besuchte die Gruppe das deutsche Generalkonsulat in Mailand. Im Gespräch mit der stellvertretenden Konsularin Wiltrude Kern standen die deutsch-italienischen Beziehungen, europäische Zusammenarbeit sowie die Aufgaben des Auswärtigen Dienstes im Mittelpunkt.
Der vierte Tag widmete sich der wirtschafts- und kulturhistorischen Entwicklung Mailands. Im Rahmen einer Führung durch die ehemaligen Gebäude der Mailänder Börse wurden die Entwicklung europäischer Finanzmärkte sowie die Bedeutung des europäischen Binnenmarktes behandelt. Anschließend besichtigten die Teilnehmenden den Mailänder Dom und setzten sich mit dessen historischer und kultureller Bedeutung auseinander. Den Abschluss des Tages bildete ein Austausch mit der JEF Mailand, bei dem Fragen des ehrenamtlichen Engagements, der Situation junger Menschen in Italien sowie aktuelle europapolitische Themen diskutiert wurden.
Am letzten Tag hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, Mailand eigenständig zu erkunden und individuelle Eindrücke zu sammeln. Vor der Rückreise fand eine gemeinsame Abschlussreflexion statt, in der die Erfahrungen der Bildungsreise ausgewertet und die erreichten Lernziele gemeinsam reflektiert wurden.
Die Bildungsreise ermöglichte den Teilnehmenden eine intensive Auseinandersetzung mit den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Strukturen der Lombardei sowie mit den Formen europäischer Zusammenarbeit auf regionaler Ebene. Durch die Gespräche mit Vertreter:innen regionaler Institutionen, europäischer Einrichtungen und deutscher Auslandsvertretungen erhielten sie vielfältige Einblicke in europäische Politik und internationale Kooperation.
Gefördert wurde das Projekt durch das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.