22. Freiburger Gespräche

Solidarität in Europa

Solidarité en Europe

03. – 05. Dezember 2010
Universität Freiburg

Auf der 22. Ausgabe der Entretiens de Strasbourg, die 2010 zum ersten Mal in Freiburg stattfanden, drehte sich für die 55 Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz alles rund um das Thema Solidarität in Europa.

Jean de la Fontaine gab in seiner Fabel vom Esel und vom Pferd eine einprägsame Beschreibung davon, was Solidarität bedeutet. Auf ihrem gemeinsamen Weg trägt der Esel alle Lasten und das Pferd ist auch nach Bitten und Drängen des Esels nicht bereit, ihm einen Teil seiner Lasten abzunehmen; bis der Esel zusammenbricht. Nun muss das Pferd nicht nur alle Lasten übernehmen, sondern auch noch den Esel tragen.

Freiburger Gespräche 2010 Die Europäische Union versteht sich als Solidargemeinschaft, in der Lasten geteilt und von allen Mitgliedern in größerem und kleinerem Umfang getragen werden. Wie genau das „Größer“ und „Kleiner“ des Umfangs definiert sind, darüber wird derzeit wieder einmalig heftig debattiert. Den größten Anlaß dafür gaben die Griechenland-, nun Irland-, bald vielleicht auch Portugal-, Spanien- und Italienkrise. Einzig Frankreich und Deutschland scheinen noch große, stabile Eurostaaten zu sein.  Doch die Solidargemeinschaft EU ist nicht auf Wirtschafts- und Währungsfragen begrenzt. Wir haben das Symposiumsthema „Solidarität in Europa“ gewählt, weil es ein weites Feld ist. Wir haben bei den FREIBURGER GESPRÄCHEN 2010 über politische, rechtliche und wirtschaftliche Möglichkeiten von EU-Finanzhilfen, aber auch über Solidarität in Naturkatastrophenfällen, über die Solidarität der EU-Bürger untereinander oder die Solidarität der Mitgliedsstaaten mit Regionen außerhalb der Europäischen Union gesprochen .

Auf der Podiumsdiskussion mit Loic Wagner (Doktorand in Internationalem Recht und Europarecht an der Universität Straßburg), Prof. Dr. Christoph Schaltegger (Universität Luzern), Dr. Bert van Roosebeke (cep Freiburg) ging man der Frage nach, wie weit die europäische Solidarität in Zeiten der Krise geht. Wer ist der nächste? Gestern Griechenland, heute Irland, morgen vielleicht Portugal? Nach zwei Rettungsaktionen der EU muss man sich doch fragen: „Steht die EU auf der Kippe?“

Am Samstag wurden drei spannende Workshops angeboten:

1.) Simulation eines EU-Gipfeltreffens: Die Finanzkrise – Risiko oder Chance für die Europäische Union? (Markus Breitweg und Urs Pötzsch)

2.) La responsabilité sociale des entreprises européennes: L’exemple de la solidarité dans les gares (Marie-Christine Pinel en collaboration avec Vincent Bouznad)

3.) La Solidarité dans le traité de Lisbonne: Rupture ou continuité? (Loïc Wagner)

Auf den Freiburger Gesprächen sollte es nicht nur darum gehen, welche Solidaritätserfahrungen in Europa gemacht werden. Uns war vor allem wichtig, was ihr daraus macht! Die Arbeits- und Diskussionsergebnisse, eine Zusammenfassung der Podiumsdiskussion und der Workshops könnt ihr im Reader der Freiburger Gespräche 2010 nachlesen!