Der Auslöser für die JEF, den Blick nach Ost- und Südosteuropa zu richten, waren Presseberichte über die Situation in Moldawien nach den Parlamentswahlen vom April 2009, als Massenproteste moldawischer Jugendlicher gegen angebliche Wahlfälschungen eine harte Reaktion der Staatsmacht auslösten und drei Jugendliche im Zusammenhang mit den Protesten ihr Leben verloren haben.

Nachdem zunächst ein Kooperationsprojekt mit der JEF Moldawien mit einer Reise nach Moldawien und einem Gegenbesuch der JEF Moldawien in Deutschland geplant wurde, war schon auf der Rückreise aus Moldawien klar, dass die Jungen Europäer – JEF Baden-Württemberg auch in andere Staaten an der europäischen Peripherie reisen sollten. Besonderes Interesse weckten dabei Staaten, die sich gerade in einem unklaren Zustand zwischen Demokratie und Autokratie befinden.

Die Gespräche in Moldawien machten den TeilnehmerInnen deutlich bewusst, dass Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, wie sie in Deutschland selbstverständlich sind, schon zwei Flugstunden entfernt nicht mehr in vergleichbarem Maße vorherrschen, ja dass der Einsatz für demokratische Mitbestimmung sogar lebensgefährlich sein kann. Der Wert der eigenen Demokratie in Deutschland wurde plötzlich deutlich bewusst, die Notwendigkeit einer Unterstützung der Demokratisierungsprozesse in unserer östlichen und südöstlichen Nachbarschaft unmittelbar einleuchtend.

Aber auch die moldawischen JEFerInnen konnten insbesondere durch die Gespräche mit dem deutschen Botschafter und einem Vertreter der EU Delegation eine wertvolle Außenperspektive auf ihr Land gewinnen und durch den Kontakt zu den JEFerInnen aus einer konsolidierten Demokratie die eine oder andere Anregung für Formen und Möglichkeiten der politischen Partizipation übernehmen.

Nach diesen Erfahrungen und einer weiteren Reise nach Bosnien-Herzegowina 2011 haben sich die Jungen Europäer – JEF Baden-Württemberg entschlossen, dieses Engagement fortzusetzen und die „Demokratisierungsprozesse in Ost- und Südosteuropa“ durch den Austausch mit unseren JEF-Partnern vor Ort und durch Vorträge in Deutschland intensiv zu begleiten.

Die positiven Erfahrungen haben die Jungen Europäer – JEF Baden-Württemberg dazu veranlasst, die intensive Beschäftigung mit dem Balkan fortzusetzen. In Folge dessen fand im Frühjahr 2012 eine weitere Reise nach Serbien und in den Kosovo statt. Ein Jahr später führte die Reise 2013 nach Mazedonien und im Jahr 2014 hatten wir die Möglichkeit Albanien zu besuchen. Auch 2015 sind die Jungen Europäer – JEF Baden-Württemberg wieder nach Osteuropa gereist, doch in diesem Jahr haben wir uns dafür entschieden, mit Rumänien erstmals einen Mitgliedsstaat der EU zu erkunden.

Auch für das Jahr 2016 möchten wir erneut eine Jugendbegegnungsreise für interessierte JEFer*innen anbieten. Die Planungen hierzu laufen bereits.

Ausführliche Berichte zu allen Reisen finden sich hier auf unserer Homepage. Bei Rückfragen steht Fritjof Rindermann von Seiten des Landesvorstands gerne zur Verfügung.